Närrische Ratssitzung an Klingeldienstag
Prinz Karl-Uwe übernimmt den Rat
Zur närrischen Ratssitzung mit dem Prinzen und seinem Gefolge kamen wieder viele illustre Gäste aus der Kommunalpolitik, aus der Verwaltung und der Stadtgesellschaft zusammen. Auch „Olaf aus dem Kreishausbau” gab sich die Ehre und feierte in der geschmückten Aula an der Antoniusschule kräftig mit.

In gewohnter Manier begrüßte Karnevalspräsident Wolfgang Krogmeier die närrische Runde und lobte zunächst den gestrigen Rosenmontagszug, der bunter, länger und auch sonniger war als sonst. „Der Kater hat trotz Sicherheitskonzept nicht schlapp gemacht. Wir werden uns das Leben und das Feiern von anderen nicht vermiesen”, stellte er klar. Für den Rat hatte er gleich mehrere Arbeitsaufträge: Es müsse endlich eine große Katerfigur geben, und den Kreisverkehr auf der Neubeckumer Straße, dessen Mitte ein Karnevalsdenkmal zieren soll.
Bevor Prinz Karl-Uwe mit seinem Hofmarschall Stefan Meier stimmsicher das Prinzenlied sang, brach er eine Lanze für den Beckumer Karneval, der als verbindendes Element gehegt und gepflegt werden müsse. Als er etwa in den Schulen, Kitas und Werkstätten in leuchtende Augen geschaut hätte, sei er zu Tränen gerührt gewesen, so begeistert seien die Menschen in Beckum vom Karneval.

Bürgermeister Michael Gerdhenrich vermisste die Prominenz auf der Veranstaltung, um wenig später zu verkünden: „Oh, das ist die falsche Rede, die Feier zu 50 Jahren Kreis Warendorf ist ja erst am Freitag.” Die Lacher hatte der Verwaltungschef damit auf seiner Seite. Landrat Dr. Olaf Gericke trug das mit Fassung, zumal er vom Bürgermeister als Geschenk für den 50. Kreis-Geburtstag ein neues Kfz-Kennzeichen in Empfang nehmen durfte:
BE-DL 1.
Gerdhenrich freute sich schon auf das „Lachmuskeldynamit” auf der Sitzung und bewunderte den Hüftschwung des Prinzen als „technisches Wunderwerk”. Und dann dankte er den versammelten Ratsmitgliedern, seinen „Pappenheimern”: „Ich bin froh, dass wir euch haben!” Hier machte er keine echten Aufreger aus und rechnete stattdessen mit der Bundespolitik ab, mit der „Legende von der Zeitenwende” und der selbsternannten Fortschrittskoalition. „Man wurd´ sich über gar nichts einig, mein Gott, war das peinlich”, resümierte er. Und dann ging es doch noch um seine "Pappenheimer". Resi Gerwing, die später in mehreren Reden vorkam, habe ihn etwa bestochen, damit er sie in seiner Rede erwähnt. Damit war der Grundstein für den Running-Gag des Tages gesetzt.

Landrat Dr. Olaf Gericke erklärte, ihm sei das Brötchen beim Lesen der Glocke beinah aus der Hand gefallen, als er den Namen des neuen Stadtprinzen gelesen habe. Doch das sei ja verständlich, denn etwas größeres als Beckums Narrenzepter in der Hand zu halten, gebe es in dieser Stadt nicht. Begeistert und beeindruckt blickte er auf die 800-Feier in Beckum zurück: „Da war richtig was los.” Auch da habe der Karneval eine Hauptrolle gespielt. Wie auch die nachfolgenden Redner sprach Gericke die 4 Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl an und schloss daraus: „Beckumer nehmen die Dinge gerne selbst in die Hand.” Der Hellbachteich solle vielleicht doch erhalten bleiben und von nun an Bürgermeister-Gerdhenrich-Teich heißen, schließlich sei dieser dort früher selbst Schlittschuh gefahren. Er überreichte Gerdhenrich ein entsprechendes Schild.

Rudolf Grothues (SPD) bereitete als Koch so manchen karnevalistischen Leckerbissen zu. Er wünscht sich einen Ratskeller unter der alten Apotheke auf dem Marktplatz, wo er sein politisches Süppchen kochen kann. Als stellvertretender Bürgermeister bietet er sich als neutraler Wahl-O-Mat für die Bürgermeister-Wahl im September an und blickt mit närrischem Gespür auf die Qualitäten der 4 Kandidaten. „Schade, nur Männer”, moniert er.

Für die CDU stieg Fraktionschef Andreas Kühnel in die Bütt. Er plant ein Sommerfest für alle Fraktionen und verrät Auszüge aus dem Planungsprotokoll: Die FDP komme nur, wenn die Party als Familienfest deklariert ist, und die SPD habe klargestellt: „Statt Rambo Zambo, haben wir Wamba Zamba”. Den aus dem Rat Ausscheidenden dankte er launig: „Gregor, ich bin hin- und hergerissen, aber ich glaube, ich werde dich vermissen.” Ebenso wie „Resi als Urgewalt in blonder Gestalt”.

Bevor Gregor Stöppel (FWG) aus seinen bisherigen Reden den „Politkokolores aus BE” zitierte, wurde er zunächst ernst und blickte sorgenvoll auf das Erstarken der AfD bei der Bundestagswahl: „Lasst uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass diese Partei nicht in den Rat einzieht.” Alle Anwesenden applaudierten. Sodann machte er eine „Kandidatenflut" bei der nächsten Kommunalwahl aus, die 3 Herausforderer hätten allerdings den Haushaltsplan 2025 abgeschrieben, wenn sie für bessere Schulen, Feuerwehrausstattung und gute Wirtschaftsförderung plädierten.

Timo Przybylak (FDP) hatte mit Elisabeth Rudeks Tanzgruppe „Here we go” wieder tolle tänzerische Verstärkung mitgebracht. Doch zuvor sinnierte er gemeinsam mit André Korte über den „geglückten Putsch von Prinz Karl-Uwe vor der Kommunalwahl”. Auch die beiden hoben die Qualitäten der 3 Herausforderer für das Bürgermeisteramt hervor: CDU-Mann van Kevelaer rette mit seiner Marine das Hellbachtal, Georgios Staikos bringe Bauprojekte in 3 D voran und Thomas Lorant (FDP) werde Sheriff für Sicherheit und Sauberkeit. Auch er stellt klar: Keine blauen Socken im Rat!

Welche Qualifikationen muss ein Bewerber für das Bürgermeisteramt mitbringen? Darüber tauschten sich Nadhira de Silva und Karin Burtzlaff für die Grünen aus. Der Stundenlohn bei 24/7-Einsatz sei ganz schön fies. Dennoch meldet sich „Arzt” Peter Dennin als 5. Kandidat an. Schließlich kenne er sich mit Herz und Nieren und auch mit Spritzen aus, da sei sicher die eine oder andere Finanzspritze für die Stadt Beckum drin.
Rolf Agnesens sorgte als singender DJ für passende Gesangs- und Schunkeleinlagen, der Fachbereich Bildung, Kultur und Freizeit hat die Veranstaltung geplant und begleitet. Im Anschluss an die närrische Ratssitzung gingen alle gemeinsam auf den Marktplatz, um den Prinzen und die rundum gelungene Session zu verabschieden.